Dienstag, 13. März 2012

immernoch Ungewohntes... und Dinge die schon normal geworden sind...Neuigkeiten

Was fuer mich schon ganz normal geworden ist:

- sobald die Sonne weg ist, draussen sitzen, reden, Chimarrao trinken
- ungefaehr 30 Minuten oder laenger auf den Bus warten, weil er kommt wann er will
- der Bus haelt an wo man will man muss einfach ein Handzeichen geben
- jeden Tag Reis mit Bohnen essen
- eine Stunde zu Fuss in die Stadt laufen und dabei etwa an 4 verschiedenen freikirchliche Gemeinden vorbeilaufen
- an Strassenkreuzungen oder im Fluss immer wieder religioese Opferrituale sehen wie z.B. ein totes Huhn, Popcorn, Blumen,...
- Klopapier wird in den Muelleimer geworfen
- Beim Mittagessen vorm Fernseher zu essen wenns kein Platz mehr am Tisch gibt
 - jeder behandelt jeden als ob man sich schon lange kennen wuerde (ein paar Erfahrungen: -in der Post, die Beamtin laed mich zum essen ein, will meine Handynummer und E-mailAdressse   - im Krankenhaus, Nummern werden ausgetauscht ja du musst das und das kennenlernen...   -bei einem Bewerbungsgespraech von einer Freundin, wird ueber persoenliche Familiengeschichten gesprochen   - Freundin eines Freundes laed mich einfach mal so spontan zum Abendessen ein)
Diese lockere und freundliche Art wird mir warscheinlich am meisten fehlen. Es ist einfach so schoen wenn keiner im Stress ist. Ich hab gemerkt ich mach mir selber Stress weil ich mich an Uhrzeiten halten will aber dass hier gar nicht notwendig ist...


Was fuer mich immernoch ein bisschen ungewohnt bleibt sind die vielen Deutschen hier im Sueden Brasiliens.
Viele blonde, hellaeugige und sobald sie wissen ich komm aus Deutschland sprechen sie ihr komisches deutsch.

Ich war heute in der Stadt und hab mich mal wieder gewogen. Meine lieben Freunde, Familien und Spender ich habe schon 7 Kilo zugenommen und bin stolz auf mich.Ich hab jetzt mehrere Freunde hier in der Naehe bei denen ich oft zu Hause bin nach meiner Arbeitszeit im Heim. Sie sind alle aus der Gemeinde und jeder singt oder spielt Gitarre. Es tut gut einfach neue Leute kennenzulernen und nicht nur mit den Kindern aus dem Heim in Kontakt zu sein, manchmal nehm ich die Kinder auch mit zum spazieren und wir besuchen die Freunde aus der Gemeinde.
Das kleine Baby von dem ich erzaehlt hatte, wird heute adoptiert. Ein Ehepaar das vor 12 Jahren einen Jungen adoptiert hat (und deutsche Vorfahren haben und deshalb auch deutsch sprechen), sie waren gestern da um das Baby kennenzulernen. Die Kinder sind schon fleissig am Armbaender knuepfen oder flechten und wir sind auch dabei Magnete zu machen, da die Kinder eine Pinnwand fuers Zimmer bekommen haben. Eine Jugendliche aus dem Kinderheim hat Spenden aus Deutschland bekommen und hat eine neue Uhr und wird jetzt noch ein Handy bekommen. Es gibt immer wieder die Kinder die fluechten und nach ein paar Tagen zurueckkommen, sie sind alle gut mit mir befreudnet und sie erzaehlen mir meistens wo sie waren und was sie gemacht haben. Ich bin ein "Zwischending" keine Sozialarbeiterin, die nur manchmal kommt und mit ihnen spricht um Dinge zu wissen aber auch keine Kinderheimgenossin mit der sie 24 h Stunden zusammen wohnen. Also bin ich eine gute Freundin die oft da ist, die zum zuhoeren und helfen bereit ist. Manche Kinder nennen mich sogar Mama. So jetzt geh ich mal langsam hoch ins Heim und schau mal ob die Jugendlichen Hausis haben.... :) Viele liebe Gruesse!!! Eure Luciana

Dienstag, 6. März 2012

...schon Maerz?? d.h. ich bin schon 6 Monate hier... :)

...so jetzt erzaehl ich noch ein bisschen wie mein Alltag im Moment so ablaeuft. Ich steh morgens auf, gehe runter ins Heim, fruehstuecke, gehe die Waesche aufhaengen, helfe in der Kueche mit, ess zu Mittag mit den Kindern wenn sie heim kommen (von der Schule bzw. Projekt (da gehen die hin um zu spielen)) nach dem Mittagessen, helf ich beim aufraeumen in der Kueche mit dann geh ich mich ausruhen und bereite meine Hausaufgabenbetreuung vor. Wenn die Kinder dann Nachmittags kommen (die, die morgens beim Projekt waren, gehen mittags zur Schule und umgekehrt) essen wir den Lunch (manchmal Kuchen, Kekse, Popcorn, Fruechte, Pizza immer unterschiedlich ) und dann werden die Hausis mit mir gemacht...
Ich fang jetzt bald auch an mit den Kindern Armbaender zu knuepfen :)
Abends bin ich dann Freunde besuchen oder bin bei mir zu Hause und kuemmer mich um meine Wohnung.

So Neuigkeiten aus dem Heim gibts auch ein paar, also ein 17 jaehriges Maedchen ist schwanger, es ist ein kleiner Saeugling am 16ten Februar ins Heim gekommen (hab ich glaub ich schon erzaehlt bei meinem letzten Eintrag, sie ist aber sooo suess), dann sind noch zwei Jungs dazu gekommen (10 und 6 Jahre alt)...

Ja mir gehts gut soweit, hatte in der letzten Zeit etwas Heimweh und mir gings nicht so gut, aber Gott sei Dank hab ich nette Leute hier die mir geholfen haben und die Kinder die einfach meine Familie zur Zeit sind...
Auch wenns manchmal stressig ist ich lern in diesem Jahr damit umzugehn, ohne Mama bei mir zu haben.
Mich um meine Sachen daheim zu kuemmern (Wohnung aufraeumen, putzen, waesche waschen, aufhaengen, Kleinigkeiten einkaufen) aber auch verantwortlich sein und mit den Kindern im Heim zu arbeiten (Hausis helfen, mit Kindern sprechen, spielen, Streit vermeiden)

Ich bedanke mich und bitte euch weiterhin fleissig zu spenden!!!
Viele liebe Gruesse aus dem immernoch heissen Lajeado (heute stand ich um 10 uhr an der bushaltestelle und es war schon 33 grad heiss :)

Donnerstag, 16. Februar 2012

Nach meinem Zwischenseminar

Hallo ihr Lieben Freunde und Spender!

Ich bin gestern aus meinem Zwischenseminar gekommen. Mein Hinflug war stressig. Ich bin um 3Uhr am sechsten Februar abgeholt worden und wurde zum Flughafen gefahren. Mein Flug war dann um 5:52Uhr und ich bin erstmal nach Sao Paulo geflogen. In Sao Paulo angekommen musste ich erstmal den Flughafen wechseln und dann ging es auch schon weiter um ca.11Uhr. Ich musste also in Sao Paulo mein Koffer vom Band holen, mit ihm zum anderen Flughafen fahren, wieder abgeben um dann ins Flugzeug zu steigen, das mich bis Salvador gebracht hat. In Salvador angekommen wurde ich schon erwartet. Eine Freundin meines brasilianischen Onkels hat mich abgeholt. Das war schoen, ich konnte mit ihr ein bisschen die Stadt kennenlernen, mit ihr Essen und habe dann auch eine Nacht bei ihr geschlafen. Da das Seminar erst ein Tag spaeter begonnen hat, war es moeglich ein Tag noch mit ihr zu verbringen. Das Seminar war supergut, der Ort war schoen, die Seminarleiterin war toll und auch die anderen Freiwilligen waren alle supernett. Es war schoen neue Leute kennenzulernen, die etwa das gleiche machen wie ich.
Es war interessant zu hoeren was die anderen Freiwilligen so machen, wie es ihnen im Projekt geht, was gut laeuft und was schlecht laeuft. Es gab jeden Tag mehrere Themen die wir in Gruppen, Einzelarbeit oder im Plenum besprochen haben. Themen wie : 'Probleme im Projekt bzw. mit den Kindern und wie bewaeltige ich sie'  'Projektvorstellungen und Austausch ueber unsere Arbeit in Brasilien'  'Gewalt und Kriminalitaet und haben wir Erfahrung damit gemacht?' 'Beziehungen in Brasilien, haben wir schon Kontakt ausserhalb unserer Arbeitsstelle' und natuerlich auch einen Tag als wir den Ausflug hatten.Wir waren in Salvador als gerade der Polizeistreik war, dadurch war es sehr gefaehrlich fuer uns allein unterwegs zu sein. Wir waren als Gruppe dann in der Stadt nur im Touristenviertel das einigermassen sicher war. Wir haben uns in der Gruppe alle gut verstanden und es war fuer alle nuetzlich Ideen auszutauschen. Was kann man mit den Kindern sinnvolles machen? Was haben wir erlebt? Der Abstand zu meinem Projekt hat mir auch mal gut getan. Ich hab gemerkt, dass es echt stressig ist mit den Kindern, da ich direkt ueber dem Kinderheim wohne sind die Kinder auch immer da und wollen immer Beschaeftigung. Es hat mir gut getan am Strand zu sein. Ich muss raus werde aber morgen weiter schreiben...

Donnerstag, 26. Januar 2012

Bald ein halbes Jahr hier...

Noch eine Woche dann bin ich schon ein halbes Jahr hier in Brasilien. Die Zeit vergeht superschnell wenn es einem gut gefaellt. Heute ist noch ein neues Maedchen ins Kinderheim gekommen. Sie ist 13 Jahre alt und es gab sehr viel Streit zu Hause mit ihrer Mutter, also hat sie ihre Mutter hergebracht und sie freut sich. Sie hat zu  mir gesagt dass es schoen ist neue Leute kennenzulernen. Ein anderes Maedchen aus dem Heim, sie ist 17 wird bald 18 und muss dann ausziehen. Sie ist gerade dabei eine neue Arbeitsstelle zu suchen und ich gehe oft mit ihr in die Stadt um Bewerbungen zu verteilen. Ein anderes Maedchen hatte letzten ihren 15ten Geburtstag (wird sehr gross in Brasilien gefeiert) und es war eien wunderschoene Feier. Ihre Mutter wird im Maerz ihre Kinder aus dem Heim mitnehmen duerfen, da sie wieder fuer ihre Kinder sorgen kann. Sie hatte Drogenprobleme, die sie Gott sei Dank ueberwunden hat. Den Kindern geht es allen eigentlich sehr gut. Alle haben neue Kleiderschraenke und Schreibtische bekommen. Ein Maedchen das Aids hat (als kleines Kind vergewaltigt), hat gestern erfahren, dass ihr Onkel gestorben ist. Sie hatte schon keine Eltern mehr, jetzt auch noch einen Onkel verloren, ihr Bruder ist im Gefaengnis. Ich bin oft mit ihr um zu reden und ihr zu helfen wenn ich kann. Sie ist immer etwas froehlicher nachdem wir etwas zusammen machen. Das freut mich dann auch immer...   Freitags gehen wir immer zum Park in der Stadt dort sitzen wir zusammen reden, spielen,... Solange Ferien sind ist mein Tagesplan: Aufwachen in der Kueche helfen, 12 Uhr Mittagessen (manchmal kurz davor Kinder wecken), in der Kueche helfen, Waesche aufhaengen, ausruhen, Spieleraum oeffnen, den ganzen Nachmittag oder am PC, oder Playstation oder etwas anderes mit den Kindern spielen, manchmal nehm ich ein zwei Kinder mit ins Zentrum zum spazieren oder ich gehe Arbeit suchen mit den Jugendlichen... Abends hab ich dann frei, bin entweder mit Freunden weg, bin im Kinderheim oder aehnliches... Ich hab mich schon so drangewoehnt und will gar nicht an mein Rueckflug denken... Aber ich weiss es wird ein Jahr sein, das ich nie in meinem Leben vergessen werde. Ich mache so viele neue Erfahrungen. Gute und schlechte aber unvergesslich werden sie immer sein. Liebe Gruesse und ein grosses Dankeschoen an die, die weiterhin spenden und mich unterstuetzen!!!!

Freitag, 6. Januar 2012

Die Kinder haben Ferien

So 2012 hat begonnen, die ganzen Feste sind jetzt vorbei, die Kinder haben alle ganz viele Geschenke bekommen... Von Firmen, von Freunden, von Paten, von der Familie....
Es hat sich auch ein bisschen im Kinderheim veraendert. Es gab eine Zeit lang eine kleine Baustelle hier auf dem Hof beim Kinderheim. Jetzt gibt es eine neue Treppe die zum Buero fuehrt und mehr Platz damit die Kinder spielen koennen... Auch im Heim wird sich einiges aendern, es wird renoviert, gestrichen, neue Kleiderschraenke,.... Die Kinder schlafen in den Ferien bis spaet...und nachmittags also nach dem Mittagessen um 12Uhr, ruhen wir uns immer ein bisschen aus (vom guten Essen) und ab 14 Uhr oeffne ich den Spieleraum fuer die Kleinen (8  bis 11 Jahre)... Dort toben sie, benutzen den Pc oder spielen mit den Spielsachen die es dort gibt. Nach einer Stunde schick ich die Kleinen runter und die Grossen (13 bis 17 jahre) kommen hoch in den Spieleraum (ueber dem Kinderheim)... Einmal in der Woche gehen wir in den Park im Zentrum.

Die Kinder haben mir letztens alle Fruechte gezeigt die es um das Kinderheim herum gibt...
Feigen, Pfirsich, Guave, Papaya, Feige,.... Ich habe 3 Feigen gegessen (richtig lecker so frisch vom Baum gepflueckte Feigen) und Anga (kannt ich vorher auch noch nicht, schmeckt gut suesslich, sieht aus wie eine Stange gruene Bohnen)... Ja und sonst es ist immernoch sehr heiss hier und mir gehts gut.

Liebe Gruesseeee

Freitag, 23. Dezember 2011

Neuigkeiten

Hallo liebe Freunde!!!
Hier in Lajeado wird es immer heisser... Gestern waren es 38 Grad und es wird ueberall gefeiert...
In der Stadt ist alles sehr weihnachtlich geschmueckt und auch im Kinderheim gibt es Weihnachtsdeko.
Wir waren schon auf mehreren Weihnachtsfesten und die Kinder haben reichlich Geschenke bekommen, auch ich habe zwei Pakete bekommen, wie alle anderen Mitarbeiter auch... :)
Gabriel der kleine Junge der zur adoptiert werden sollte, ist heute mit seiner zukuenftigen Mutter heimgefahren um das Wochenende mit ihr zu verbringen...
Gestern war ich mit drei Kindern aus dem Heim alleine in der Stadt dort gab es ein Weihnachtstheater und es hat allen sehr gefallen. Es war zwar um 21 Uhr und wir waren dann um 23 Uhr daheim, doch es war sehr heiss und wir mussten mit dem eingeschalteten Deckenventilator schlafen...
Ach ich schlafe uebrigens fast jeden Tag mit den Kindern, bei mir in der Wohnung ist es einfach zu heiss und es ist schoener morgens auch schon bei den Kindern zu sein. Ein paar Kinder reden im Schlaf, es ist lustig zu hoeren was sie so sagen... Der letzte Schultag ist jetzt auch schon vorbei und nur ein Kind aus dem Heim wird das Schuljahr wiederholen muessen.

Samstag, 10. Dezember 2011

Ausflug zum Strand

Nun bin ich schon länger als 3 Monate hier und es ist die Zeit gekommen (immer Ende des Jahres), in der alle Kinder aus dem Heim mit dem Team (eine Sekretärin, eine Sozialarbeiterin, eine Psychologin, eine Ernährungsberaterin und die Direktorin + die Frauen die auf die Kinder aufpassen 2 Sozialmütter) ein Ausflug zum Strand machen...
Es ist wunderschoen hier. Wir sind gestern um 14 uhr losgefahren und sind um 17uhr angekommen. Spaziergang am Strand abends mit einem Vollmond, morgens gefruehstueckt, gleich an Strand, zurueck gegrillt und ins Schwimmbad im Hotel, Ausruhzeit (in der ich gerade diesen Text schreibe) und später gehen wir wieder an den Strand und ins Schwimmbad...
Es sind immer 3 Kinder mit einer Verantwortlichen im Zimmer und es läuft alles gut...
Ich hab versucht 2 Kindern das Schwimmen beizubringen aber am Ende hab ich sie dann doch durchs Schwimmbecken getragen... :)
Viele liebe Grüße und bis bald!!!